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25.03.2022

Bauen mit
Zukunft!

Klimademo & Podium

Der Bau gehört zu den klimaschädlichsten Industriesektoren. Beton beispielsweise verursacht 6% der globalen Treibhausgasemissionen und wird auch in der Schweiz in grossen Mengen verbaut. So verfehlen wir unsere Klimaziele – und verbauen uns buchstäblich unsere Zukunft.

Setze dich mit uns für eine zukunftsfähige Baubranche ein!

Klimademo!

Mit einer bunten Klimademo wollen wir auf die Probleme in der Baubranche hinweisen.

Freitag, 25.03.2022

17.00 Uhr Besammlung

Alexanderplatz Chur

Mit Musik von Elite Partner und Rede von Sidney Kunz

Podium.

Der Umstieg auf nachhaltigere Baumaterialien stellt eine grosse Herausforderung dar. Deswegen lassen wir verschiedene Stimmen zu Wort kommen und diskutieren Lösungsansätze.

Freitag 25.3.2022, 19.30 Uhr

Aula Fachhochschule Graubünden

Standort A, Pulvermühlestrasse 57

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1.5°-Demo?

Was ist das?

Wie funktioniert eine Klimademo?

Wir spazieren durch die Churer Altstadt und machen auf unsere Forderungen aufmerksam. Wir demonstrieren friedlich und alle unsere Demonstrationen sind bewilligt. Wer möchte, kann dabei Parolen rufen – oder einfach mitgehen.

Wer sind wir?

Wir setzen uns als Klimabewegung weltweit dafür ein, die Erderwärmung unter 1.5° C zu halten, und somit die schlimmsten Folgen der Klimakrise zu verhindern.

Warum überhaupt demonstrieren?

Demonstrationen sind wichtig, um auf diese globale Krise aufmerksam zu machen und Druck auf die Politik auszuüben. Ein Vorteil: Alle können dabei sein, auch Menschen, die beispielsweise selbst nicht abstimmen können.

 
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Podium.

Mit welchen Materialien
bauen wir die Zukunft?

Stahl, Beton und Asphalt sind aus dem Bauwesen kaum mehr wegzudenken, sie sind das Fundament der modernen Welt. Leider sind sie auch unter den grössten Klimatreibern und müssen somit so schnell wie möglich durch nachhaltigere Materialien ersetzt werden. Das ist keine einfache Aufgabe und fordert eine grundlegende Umstellung der Baubranche. An unserem Podium wollen wir diskutieren wo die Reise hingehen könnte und einen Blick in die Zukunft wagen.

Es diskutieren:​

Martha Walker

Vizepräsidentin Holzbau Schweiz

Rainer Weitschies

Architekt

Claudio Bernhard

Klimastreik Graubünden

Cathleen Hoffmann

Produktingenieurin Holcim

Christian Auer

Studiengangleiter Bachelorstudiengang Architektur (FHGR, IBAR)

Ort und Zeit:

Freitag 25.3.2022, 19.30 Uhr

Aula Fachhochschule Graubünden

Standort A, Pulvermühlestrasse 57

Moderation:

Christian Baumgartner

CIPRA

Das Podium ist kostenlos und es ist keine Anmeldung nötig. Es gelten die aktuellen behördlichen Corona-Schutzmassnahmen sowie das Schutzkonzept der FHGR. Momentan sind keine Massnahmen vorgesehen. Die Podiumsdiskussion wird in Zusammenarbeit mit dem StudentHUB der FHGR im Rahmen der Sustainability Week organisiert. 

 

Baubranche

Wo liegt das Problem?

Unser Leben wird dadurch geprägt, wo und wie wir wohnen und wie unsere Lebensräume gestaltet sind. Diese Fragen sind jedoch nicht nur für uns persönlich, sondern für die Zukunft aller Menschen entscheidend. Denn der Bausektor hinkt den Klimazielen stark hinterher: In einem im Jahr 2020 erschienenen Bericht der UNO wurde die Branche stark kritisiert. Es werden mehr Treibhausgase ausgestossen denn je; rund 23% der weltweiten CO2-Emissionen, laut einer weiteren Studie.

Beton der Klimasünder?

Zu den treibhausgasintensivsten Materialien gehören unter anderem Beton, Stahl, Ziegel und Glas. Wenn du dir dein Haus oder deine Wohnung ohne diese Stoffe vorstellst, bleibt vermutlich nicht mehr viel übrig. Die schlechte Klimabilanz kommt unter anderem durch die hohen Produktionstemperaturen zustande. Um diese zu erzeugen, werden oft fossile Brennstoffe wie Erdöl, Gas oder Kohle verwendet. Besonders bei Beton, aber auch bei anderen Stoffen, gibt es noch weitere grundlegende chemische Prozesse in der Herstellung, welche den Fussabdruck weiter in die Höhe treiben. Alles in allem ist Beton für rund 6-8% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Zu allem Überfluss sind Beton & Co. auch nur schwer zu recyceln.

Grösser, höher, mehr

Das Problem sind aber nicht nur die Materialien an sich, sondern auch die schiere Menge, mit der sie eingesetzt werden. Die Industrienationen bauen seit Jahrzehnten mit Beton und Stahl. Jetzt, da immer mehr Menschen den Sprung aus der Armut schaffen, wird unser Vorbild in Schwellen- und Entwicklungsländern nachgeahmt. Zudem nimmt die Wohnfläche pro Kopf in der Schweiz und anderen wohlhabenden Ländern stetig zu und das Strassennetz wird ebenfalls fleissig ausgebaut.

 

Was tun?

Doch es ist noch nicht alles verloren. Ein wichtiger Schritt ist es, klimafreundliche Materialien zu nutzen. Mehr Holz und Naturstein statt Beton und Ziegel. Gründächer und Photovoltaik als Dachdeckung. Und die Stoffe müssen lokal sein, um Transportwege zu verkürzen. Ganz von Beton kommen wir aber nicht weg. Es gibt einige innovative Projekte – diese müssen gefördert werden. Sich nur auf das zu verlassen wäre aber fahrlässig.

Es ist nicht immer ganz einfach zu entscheiden, was nun klimatechnisch am sinnvollsten ist, deshalb müssen einheitliche Klimabilanzierungen für alle Baumaterialien eingeführt werden. So kann man schnell sehen, welches Material wie viel CO2 verursacht.
Ausserdem muss zukünftig so gebaut werden, dass Häuser möglichst lange halten und Materialien leicht wiederverwertet werden können. Dazu braucht es auch ein Erfassungssystem wo welche Materialien eingesetzt wurden, um sie intelligent zu verteilen und wiederzuverwenden.
Das Wichtigste ist aber weniger zu bauen. Die Wohnfläche pro Kopf muss wieder zurückgehen und es muss dichter gebaut werden. Auch mit unnötigem Strassenausbau muss jetzt fertig sein.

 

Der Bausektor geht zwischen Energieproduktion und Verkehr zeitweise ein wenig vergessen. Es ist wichtig, das wir Politik und Gesellschaft auf die Probleme hinweisen, denn für Klimaschutz ist jedes Puzzleteil wichtig.

Wieso 1.5°-Demo?

Immer diese 1.5°...

Was ist das 1.5° C - Ziel?

Im Abkommen von Paris ist festgehalten, die Erderwärmung deutlich unter 2°C und möglichst unter 1.5°C im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu halten. Das heisst, dass das globale Temperaturmittel nicht mehr als 1.5° C höher als das Mittel von 1850 - 1900 sein darf.

 

Doch wieso genau 1.5°C?  

Eine Erderwärmung von mehr als 1.5° C hätte verheerende Folgen. Der Meeresspiegel stiege so hoch, das Millionen von Menschen zur Flucht gezwungen würden. Ausserdem würden Hitzewellen, Dürren, Starkniederschläge und Stürme um ein Vielfaches zunehmen. Jedes halbe Grad mehr hat weltweite Folgen. Eine Erwärmung von 1.5° C ist schlicht das Einzige, was noch zu verantworten wäre. Hinzu kommt, dass beim Erreichen gewisser Werte natürliche Prozesse, wie beispielsweise das Auftauen von Permafrostböden ausgelöst werden. Diese stossen wiederum CO2 aus. Da mehr Treibhausgase zu mehr Erwärmung führen, werden durch einen dieser Prozesse andere ausgelöst. Die Erderwärmung wird unkontrollierbar aber auch unaufhaltbar. Viele dieser Kipppunkte würden bei 1.5° C überschritten.

 

Erreichen wir das 1.5°C-Ziel?

Um das 1.5° C Ziel zu erreichen, müssten wir 2030 45% weniger CO2  ausstossen als 2010. Doch selbst wenn alle derzeit gesetzten Klimaziele eingehalten werden, werden wir 2030 16% mehr CO2 austossen als 2010. Die momentanen Klimaziele reichen also nicht aus und müssen dringend verschärft werden.

Aber wieso jetzt 1.5°-Demos?

Um das 1.5°-Ziel einzuhalten, gibt es in allen Bereichen der Gesellschaft viel zu tun. Da weiss man kaum wo anfangen. Mit unseren 1.5°-Demos wollen wir das Augenmerk immer auf ein bestimmtes Thema lenken, welches gerade besonders aktuell oder sehr wichtig ist. So können wir viel gezieltere Forderungen stellen und mehr Druck auf die Politik ausüben. Gelegentlich veranstalten wir zeitgleich auch noch ein Anlass zum Thema, beispielsweise ein Podium, ein Vortrag oder eine Diskussionsrunde. So können wir auch gleich noch Ideen diskutieren und es können Leute kommen, die mit Demos nicht so viel am Hut haben. Weil uns nicht mehr viel Zeit bleibt, werden die 1.5°-Demos all 3 Monate stattfinden – wir meinen es ernst mit den 1.5°!

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