Baustelle_SW.png

Magazin

Bauen mit
Zukunft!

Ausgabe 1

1.5°-Magazin

Hier findest du alles zur ersten Ausgabe des Magazins der Bündner Klimabewegung. Vielleicht kennst du uns bereits von Demonstrationen oder anderen Aktionen, mit denen wir uns für eine klimaneutrale Schweiz einsetzen. Mit diesem Magazin stellen wir ein neues Format vor: Gemeinsam mit Expert*innen diskutieren wir konkrete Themen rund um den Klimaschutz.

In dieser Ausgabe dreht sich alles um ein Thema, das bisher wenig Aufmerksamkeit erhalten hat: das Bauen. Unser Leben wird dadurch geprägt, wo und wie wir wohnen und wie unsere Lebensräume gestaltet sind. Diese Fragen sind jedoch nicht nur für uns persönlich, sondern für die Zukunft aller Menschen entscheidend.

Quellenangaben:

Seite 4

Seite 6

Seite 11

1.5°-Magazin bestellen

Die persönlichen Angaben werden nicht weitergegeben.

Vielen Dank!

 

Baubranche

Wo liegt das Problem?

Unser Leben wird dadurch geprägt, wo und wie wir wohnen und wie unsere Lebensräume gestaltet sind. Diese Fragen sind jedoch nicht nur für uns persönlich, sondern für die Zukunft aller Menschen entscheidend. Denn der Bausektor hinkt den Klimazielen stark hinterher: In einem im Jahr 2020 erschienenen Bericht der UNO wurde die Branche stark kritisiert. Es werden mehr Treibhausgase ausgestossen denn je; rund 23% der weltweiten CO2-Emissionen, laut einer weiteren Studie.

Beton der Klimasünder?

Zu den treibhausgasintensivsten Materialien gehören unter anderem Beton, Stahl, Ziegel und Glas. Wenn du dir dein Haus oder deine Wohnung ohne diese Stoffe vorstellst, bleibt vermutlich nicht mehr viel übrig. Die schlechte Klimabilanz kommt unter anderem durch die hohen Produktionstemperaturen zustande. Um diese zu erzeugen, werden oft fossile Brennstoffe wie Erdöl, Gas oder Kohle verwendet. Besonders bei Beton, aber auch bei anderen Stoffen, gibt es noch weitere grundlegende chemische Prozesse in der Herstellung, welche den Fussabdruck weiter in die Höhe treiben. Alles in allem ist Beton für rund 6-8% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Zu allem Überfluss sind Beton & Co. auch nur schwer zu recyceln.

Grösser, höher, mehr

Das Problem sind aber nicht nur die Materialien an sich, sondern auch die schiere Menge, mit der sie eingesetzt werden. Die Industrienationen bauen seit Jahrzehnten mit Beton und Stahl. Jetzt, da immer mehr Menschen den Sprung aus der Armut schaffen, wird unser Vorbild in Schwellen- und Entwicklungsländern nachgeahmt. Zudem nimmt die Wohnfläche pro Kopf in der Schweiz und anderen wohlhabenden Ländern stetig zu und das Strassennetz wird ebenfalls fleissig ausgebaut.

 

Was tun?

Doch es ist noch nicht alles verloren. Ein wichtiger Schritt ist es, klimafreundliche Materialien zu nutzen. Mehr Holz und Naturstein statt Beton und Ziegel. Gründächer und Photovoltaik als Dachdeckung. Und die Stoffe müssen lokal sein, um Transportwege zu verkürzen. Ganz von Beton kommen wir aber nicht weg. Es gibt einige innovative Projekte – diese müssen gefördert werden. Sich nur auf das zu verlassen wäre aber fahrlässig.

Es ist nicht immer ganz einfach zu entscheiden, was nun klimatechnisch am sinnvollsten ist, deshalb müssen einheitliche Klimabilanzierungen für alle Baumaterialien eingeführt werden. So kann man schnell sehen, welches Material wie viel CO2 verursacht.
Ausserdem muss zukünftig so gebaut werden, dass Häuser möglichst lange halten und Materialien leicht wiederverwertet werden können. Dazu braucht es auch ein Erfassungssystem wo welche Materialien eingesetzt wurden, um sie intelligent zu verteilen und wiederzuverwenden.
Das Wichtigste ist aber weniger zu bauen. Die Wohnfläche pro Kopf muss wieder zurückgehen und es muss dichter gebaut werden. Auch mit unnötigem Strassenausbau muss jetzt fertig sein.

 

Der Bausektor geht zwischen Energieproduktion und Verkehr zeitweise ein wenig vergessen. Es ist wichtig, das wir Politik und Gesellschaft auf die Probleme hinweisen, denn für Klimaschutz ist jedes Puzzleteil wichtig.

Bleib auf dem Laufenden

Sei immer informiert über unsere nächsten Aktionen. Auf WhatsApp, Telegram, Instagram, Facebook oder mit unserem Newsletter.